Ein Hang, sieben Climats
Die Grands Crus von Chablis liegen auf einem einzigen Hang am rechten Ufer des Serein, direkt gegenüber der Stadt, zwischen 100 und 250 Metern Höhe. Sie gliedern sich in sieben Climats mit kleinen Flächen: Les Clos (der größte, fast 26 ha), Vaudésir, Bougros, Blanchot, Valmur, Les Preuses und Grenouilles (der kleinste). Hinzu kommt „La Moutonne", ein historischer Lieu-dit, der sich über Vaudésir und Les Preuses erstreckt und vom Monopol des Château Long-Depaquit als Grand Cru vermarktet wird.
Diese außergewöhnliche Konzentration — nur rund hundert Hektar — erklärt die Seltenheit und das Prestige der Chablis Grands Crus.
Das Terroir: die Südwestexposition auf dem Kimméridgium
Der Hang der Grands Crus vereint alle Vorzüge. Seine Südwestexposition sichert ihm eine optimale Sonneneinstrahlung, entscheidend unter diesem kühlen Klima, um den Chardonnay zu perfekter Reife zu bringen. Der braune Boden bedeckt eine dicke Schicht Kimméridgium — jenen tonigen Kalkstein des Oberjura, übersät mit fossilen Exogyra-virgula-Austern, der dem Wein seine mineralische Tiefe verleiht.
Der Schutz des Hangs und sein Gefälle begünstigen zudem die Drainage und begrenzen teilweise die Frühjahrsfröste, die den Weinberg bedrohen. Nichts ist hier dem Zufall überlassen: Es ist das Zusammentreffen von Boden, Exposition und Mikroklima.
Der Stil der Weine
Der Chablis Grand Cru zeigt eine goldene Farbe mit grünen Reflexen und eine deutlich höhere Konzentration als ein Chablis oder ein Premier Cru: tiefere Nase und tieferer Gaumen, die eine scharfe Mineralität mit Noten reifer Früchte verbinden und, mit dem Ausbau, ein integriertes Holzaroma. Die stets präsente Säure strukturiert einen Wein von großer Länge.
Es sind Weine von sehr langer Lagerfähigkeit — zehn bis fünfzehn Jahre und oft deutlich mehr —, die etwas weniger kühl serviert werden (12 bis 14 °C), um ihre Komplexität zu entfalten. Zu Tisch: Foie gras, Hummer, Languste, edle Fische, Geflügel in Sahnesauce. Einer der größten trockenen Weißweine der Welt.
