Ein Balkon über der Garonne
Die Appellation Sainte-Croix-du-Mont umfasst die gleichnamige Gemeinde am rechten Ufer der Garonne, gegenüber dem Sauternais. Ihre Reben säumen den Fluss von einem spektakulären Vorsprung aus, dessen Untergrund eine unter Weinbergen seltene geologische Besonderheit birgt.
Das Terroir: ein Felsen aus fossilen Austern
Der Felsen von Sainte-Croix-du-Mont zeigt von oben nach unten einen regelrechten geologischen Querschnitt: Kies-Tone aus dem Pliozän, dann eine spektakuläre Schicht mit fossilen Austern unter dem Dorf, sandige Kalke aus dem Miozän, graue Mergel und schließlich der Asterienkalk des Oligozäns. Diese Austernbank — vor Millionen von Jahren angehäufte Schalen — ist die Signatur des Terroirs: ein kalkhaltiger, gut drainierender und kühler Untergrund, ideal für den Rebstock des Edelsüßweins.
Die Edelfäule und der Stil
Wie im gesamten Gebiet entsteht der Wein aus der Edelfäule (Botrytis cinerea), die in der Beere Zucker, Säure und Glycerin konzentriert. Vom Sémillon dominiert, entsprechen die Sainte-Croix-du-Mont den Normen und Stilrichtungen des Sauternes, mit einer ihnen eigenen Feinheit. Es sind Edelsüßweine mit schönem Lagerpotenzial — mehrere Jahrzehnte für die besten — und oft von bemerkenswertem Preis-Leistungs-Verhältnis.
