An den Ufern der Vienne
Chinon erstreckt sich über sechsundzwanzig Gemeinden im Département Indre-et-Loire, auf beiden Ufern der Vienne, bis zu deren Mündung in die Loire. Es ist eine der großen Rotwein-Appellationen der Loire — hier herrscht der Cabernet Franc —, mit einer kleinen Produktion von Roséweinen und Weißweinen aus Chenin.
Das Terroir: Kies oder Tuffeau
Drei große Bodentypen teilen sich die Appellation und prägen zwei Stile. Am Flussufer ergeben die alluvialen Terrassen aus Kies und Sand geschmeidige, delikate Weine mit heller Farbe und knackiger Frucht. Auf den Hängen und Kuppen aus Kalk und Tuffeau sowie auf den Höhenlagen mit Feuersteinton entstehen dagegen kräftige, kernige Weine mit purpurner Farbe, die für die Lagerung gemacht sind.
Diese Zweiteilung zwischen Kies und Tuffeau ist der Schlüssel zum Verständnis von Chinon: eine einzige Rebsorte, zwei Ausdrucksformen, vom durstlöschenden Wein bis zum Kellerwein.
Der Stil der Weine
Die Chinon-Weine von Kiesböden bieten Himbeere, Erdbeere und einen fließenden Trinkfluss, zu genießen innerhalb von zwei bis fünf Jahren. Die Chinon-Weine von den Hängen entfalten kompotierte dunkle Früchte, milde Gewürze und mit zunehmendem Alter Noten von Wild und Unterholz, auf einem dichten Gerüst, das sich zehn bis zwanzig Jahre hält — der Jahrgang 1989 ist legendär geblieben. Ein Referenz-Cabernet-Franc, elegant und bekömmlich.
