Die nördliche Nachbarin von Pomerol
Rund fünfzig Kilometer östlich von Bordeaux, direkt nördlich von Libourne, erstreckt sich Lalande-de-Pomerol über zwei Gemeinden, Lalande-de-Pomerol und Néac. Sie grenzt an Pomerol, von dem sie nur durch einen bescheidenen Wasserlauf, die Barbanne, getrennt ist – eine eher administrative als geologische Grenze.
Die Appellation, größer als Pomerol, stand lange „im Schatten" ihrer Nachbarin. Ihr bereits 1884 gegründeter Winzerverband zeugt jedoch von einer alten und selbstbewusst vertretenen Identität.
Das Terroir: Ton, Kies und Sand
Das Weinbaugebiet gliedert sich in aufeinanderfolgende Terrassen über die beiden Gemeinden. Die Böden vereinen Ton, Kies und, im flussnahen Westteil, Sand. Der Ton, mancherorts in beachtlicher Tiefe vorhanden, bildet Böden, die sich ideal für den Merlot eignen.
Diese Bodenverwandtschaft mit Pomerol erklärt die Familienähnlichkeit der beiden Appellationen: dieselbe Vorliebe für den Merlot, dieselbe Geschmeidigkeit in den Weinen. Die Unterschiede liegen vor allem im Anteil an Kies und Sand, der hier für zusätzliche Zugänglichkeit sorgt.
Der Stil der Weine: die zugängliche Eleganz
Der Merlot dominiert deutlich und bringt Rundheit und Finesse; der Cabernet Franc verleiht Gerüst und ein ausdrucksstarkes Bukett, während etwas Cabernet Sauvignon bei manchen Gewächsen die Alterungsfähigkeit stärkt. Die Weine zeigen eine dunkle rubin-granatrote Farbe und eine Nase roter Früchte – Johannisbeere, Erdbeere, Kirsche, Himbeere –, die sich mit dem Alter zu Backpflaume, Leder, Wildbret und Kakao entwickelt.
Am Gaumen sind sie kräftig, vollmundig und samtig, mit präsenten, aber nie harten Tanninen und dichter Struktur. Elegant und duftig, bieten sie einen idealen Einstieg in die Welt des rechten Ufers – oft früher trinkreif als die Pomerols und deutlich erschwinglicher.
