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Bordeaux · Libournais · Rot

PomerolTerroir, Böden & Rebsorten

Auf kaum 800 Hektar und ohne jegliche offizielle Klassifikation erzeugt Pomerol dennoch einige der begehrtesten Weine der Welt, allen voran Pétrus. Das Geheimnis liegt in einer Handvoll Quadratmetern blauen Tons und durch Eisen zementierten Kieselsteinen, die einen Merlot von unnachahmlicher samtiger Fülle hervorbringen.

Pomerol, die diskrete Nachbarin von Saint-Émilion

Nordöstlich von Libourne liegt Pomerol auf einem kleinen Plateau am Rand jenes von Saint-Émilion, am rechten Ufer der Dordogne. Die Appellation ist im bordelaiser Maßstab winzig – etwa 785 Hektar – und in kleine Anwesen zersplittert: 2009 zählte man rund 140 Betriebe mit einer durchschnittlichen Fläche von sechs Hektar, eine wahre „Dorfrepublik".

Die Reben sind hier alt: Ihre Anfänge im 12. Jahrhundert verdanken sie dem Johanniterorden von Jerusalem, der hier eine Station auf dem Jakobsweg unterhielt. Nach der Reblauskrise wurde das Weinbaugebiet ganz überwiegend mit Merlot neu bepflanzt – der Rebsorte, die seinen Ruhm begründen sollte.

Das Terroir: Ton, Kies und Eisen

Unter Pomerol liegen die Molasseschichten des Fronsadais, überdeckt von in Terrassen angeordneten Sand-, Kies- und Tonablagerungen. Im Westen die mittlere Terrasse; Richtung Gipfel der Appellation, auf etwa vierzig Metern Höhe, die älteste, sogenannte hohe Terrasse. Stellenweise sind die Kieselsteine durch Eisenoxide zementiert – was die Winzer die „Crasse de fer" nennen, die den Weinen ein zusätzliches Maß an Komplexität verleiht.

Das Juwel des Plateaus ist eine kleine Ton-„Boutonnière", hauptsächlich bei Pétrus gelegen und geteilt mit Vieux Château Certan, La Conseillante, L'Évangile und Gazin. Auf diesem schweren Ton erreicht der Merlot eine einzigartige Konzentration und Samtigkeit: Hier, auf wenigen Hektar, entstehen die größten Flaschen der Appellation.

Der König Merlot

Zwar sind fast alle bordelaiser Rebsorten zugelassen, doch Pomerol ist das Reich des Merlot, der die Rebsortenzusammensetzung deutlich dominiert und bei manchen Gewächsen wie Le Pin sogar die gesamte Cuvée ausmacht. Kräftig und frühreif, mit dünner Schale, ergibt er aromatische Weine – rote Früchte, Gewürze – reich an Zucker und Alkohol, mit wenig Tanninen.

Der Cabernet Franc verleiht ihm Struktur und Aroma sowie einen Hauch Frische, der die Großzügigkeit des Merlot ausgleicht. Die Mindestpflanzdichte beträgt 5.500 Stöcke pro Hektar, bei einem auf 49 Hektoliter begrenzten Ertrag.

Der Stil der Weine: der Samt

Der Pomerol ist ein Rotwein von tiefer Farbe, großzügig und vollmundig, mit einer samtigen Textur, die ihn schon jung verführerisch macht und ihm zugleich eine schöne Lagerfähigkeit sichert. Reife Frucht, Gewürze und, mit dem Alter, Noten von Trüffel und Wildbret machen ihn zu einem der sinnlichsten Weine Bordeauxs.

Mangels offizieller Klassifikation – abgeschafft mit der früheren steuerlichen Einstufung – ist es allein der Ruf der Châteaus, der die Appellation hierarchisiert. Um Pétrus und Le Pin gruppieren sich legendäre Namen: Lafleur, Vieux Château Certan, Trotanoy, L'Évangile, La Conseillante. Bei Tisch veredeln diese Weine gegrilltes rotes Fleisch und Wildgerichte.

Die Rebsorten von Pomerol

MerlotKönig der Rebsorten, teils bis zu 100 % – Fülle, Samtigkeit, rote Früchte und Gewürze
Cabernet francStruktur und Aroma; verleiht der Cuvée Frische
Cabernet-sauvignonergänzende Rebsorte, hier seltener
Malbec (côt) & petit verdotergänzende Rebsorten von untergeordneter Bedeutung

Bedeutende Crus & Weingüter

Pétrus · im Angebot →Le Pin · im Angebot →Vieux Château Certan · im Angebot →Château TrotanoyChâteau L'ÉvangileChâteau La Conseillante · im Angebot →
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Quellen: Wikipédia — Pomerol (AOC)